DüWag GT8SU-Speisewagen Nr. 3101

Fahrzeugprojekt: DüWag GT8SU-SP Nr. 3101 - Baujahr 1975

Letzte Aktualisierung: 10.12.2023

Über diesen Blog

Auf dieser Seite möchten wir Informationen und Einblicke in und über das Aufarbeitungsprojekt "GT8SU Speisewagen 3101", mit Ihnen teilen.

Geschichte

Klicken Sie hier um die ausführlichere Vorgeschichte aufzuklappen.

Wir schreiben das Jahr 1924. Auf einen Vorschlag von Max Schwab, er ist Direktor der Rheinischen Bahngesellschaft, wird in einen der neu zu beschaffenden Beiwagen für die Linie „A“ nach Krefeld ein Speisewagenabteil eingebaut. Ein außergewöhnlicher und mutiger Vorschlag, hatte man damals doch keinerlei Idee, wie die Fahrgäste auf diese Neuerung hin reagieren würden. Doch das Angebot wurde schnell so gut angenommen, dass noch vier weitere Wagen mit Speisewagenabteil hinzugeordert wurden. Damals übernahm der „Breidenbacher Hof“ die Bewirtung der Fahrzeuge.

Der Speisewagenbetrieb auf der Krefelder Strecke florierte bis zum zweiten Weltkrieg, als Kriegsverluste und Rationierung die Aufrechterhaltung des Angebots unmöglich machten. Nach dem zweiten Weltkrieg, im Jahr 1948, wurde nicht nur der Betrieb auf der Krefelder Strecke, inzwischen Linie „K“, wieder aufgenommen, auch auf der Strecke nach Duisburg, der Linie „D“ kamen fortan Speisewagen zum Einsatz.

Der Speisewagenbetrieb der Krefelder Strecke endete 1963 abrupt, als der Pächter aufgrund mangelnder Rentabilität den Betrieb einstellte. Die Wagen verkehrten nun ohne Bewirtung. Die Duisburger Strecke war bis 1989 als Speisewagenstrecke bewirtschaftet, erhielt 1975 sogar nochmals eine Lieferung eigens mit Speisewagenabteil ausgestatteter, hochmoderner Gelenkzüge. Die Rheinbahn wagte im Jahr 1989 einen neuen Anlauf mit dem „RheinbahnBistro“ auf der Krefelder Strecke, nachdem 1988 besonders ausgerüstete Stadtbahnwagen des Typs B80D noch ausgeliefert worden waren.

Schließlich endete der Speisewagenbetrieb der Rheinbahn am 23.12.2014 aus verschiedenen Gründen und wurde seitdem nicht wieder aufgenommen. Wie besonders ein solcher Service an Bord einer Straßenbahn, respektive Stadtbahn, ist zeigte aber der Umstand, dass die Rheinbahn über 65 Jahre europaweit der einzige Betreiber von Speisewagen im Straßenbahnbetrieb war.

Ein besonderes Kapitel dieses Betriebs stellen natürlich auch die Fahrzeuge dar. Beginnend mit der Erstausstattung eines Beiwagens im Jahr 1924 wurden immer wieder besondere Bestellungen speziell ausgestatteter Bei- bzw. Triebwagen ausgelöst. So ist Beispielsweise der im Jahre 1960 für die Linie „D“ ausgelieferte Triebwagen 2498 bis heute erhalten und bewirtschaftet seit 1997 wieder als beliebtestes Fahrzeug und Speisewagen den Oldtimerbetrieb der Rheinbahn.

Im Jahr 1975 lieferte die Düsseldorfer Waggonfabrik („DÜWAG“) noch ein weiteres Mal Speisewagen speziell für die Linie „D“ (heute: U79) aus. Vier Triebwagen des Typs „GT8S“ waren eigens mit Speiseabteil ausgerüstet worden und nahmen zügig ihren Betrieb zwischen Düsseldorf und Duisburg auf. Mehr als einmal schaffte es ein solcher Wagen sogar in einen Schimanski-Tatort. Mit der Einstellung des Speisewagenbetriebs auf der inzwischen „U79“ genannten Linie „D“ wurden die Fahrzeuge mit den Nummern 3101-3104 ihres Speiseabteils beraubt und fortan als gewöhnliche Stadtbahnfahrzeuge im Netz der Rheinbahn eingesetzt. Bereits im Jahr 2000 wurden die nur 25-Jahre alten Fahrzeuge abgestellt. Die fehlende Tür im Mittelteil, dort wo damals das Speiseabteil war, behinderte den Fahrgastfluss im immer emsiger werdenden Düsseldorf zunehmend. Drei Fahrzeuge wurden verschrottet, eines wurde als Übungsobjekt an die damalige Landesfeuerwehrschule in Münster abgegeben. (Heute: Institut der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen, kurz: IdF NRW). Es trägt die Fahrzeugnummer 3101.

Das Jahr 2013

Juli 2013 - Wie alles begann

Das erste mal besuchten wir als Verein den Wagen bei der Feuerwehrschule im Juli 2013. Wir waren vom guten Zustand des Fahrzeugs sehr positiv überrascht, denn erwartet hatten wir viel schlimmere Rostbildung und größere Beschädigungen beim aktivem Übungsbetrieb. Es sollte vorerst bei diesem Besuch bleiben, doch die Idee und der Wunsch, den Wagen zurück nach Düsseldorf zu holen und ihm neues Leben einzuhauchen, war geboren.



Das Jahr 2016

Januar 2016

Im Januar 2016 haben wir 3101 ein weiteres mal besucht, aber keinesfalls zur Abholung. Wir brauchten für unseren GT8SU 3206 eine Heizungsabdeckung, die es nicht als Ersatzteil gab. Als einziges Spenderfahrzeug kam daher Triebwagen 3101 in Frage. Das IdF stimmte der "Organspende" dankenswerterweise zu und somit trug auch 3101 ein kleines Stückchen zur Fertigstellung von 3206 bei.

Das Jahr 2018

Juli 2018 - Jetzt oder nie

Der schlechter werdende Zustand des Wagens forderte langsam aber sicher eine Entscheidung. Wenn das Fahrzeug nach Düsseldorf zurückkommen soll, müsste es bald geschehen. Nur, wie stellt man das denn an?

In einem ersten Gespräch mit dem IdF haben wir Interessenslage vor Ort sondiert. Grundsätzlich erfordert es erstmal ein ein adequates Ersatzfahrzeug. Dem IdF ist es wichtig, dass der Übungsbetrieb ununterbrochen weitergehen kann. An welchem Fahrzeug ist das erstmal nicht so wichtig. Also ging es auf die Suche.
Fündig wurden wir in Hannover, dort wurden gerade in größeren Stückzahlen TW6000 ausgemustert. Die Fahrzeugmaße passen in etwa und die Üstra war einverstanden, ein Fahrzeug zu einem sehr fairen Preis abzugeben. Prima!

Am 11.10.2018 waren dann endlich alle Weichen gestellt. Das Tauschfahrzeug war organisiert, es musste nur noch ein Termin gefunden werden.

Das Jahr 2019

Januar 2019 - Ab nach Hause

Anfang des Jahres war es endlich soweit, nach 18 Jahren im Exil konnte Triebwagen 3101 seine Rückreise nach Düsseldorf antreten. In aller Frühe starteten wir am 08.01.2019 also in Düsseldorf, damit wir pünktlich um 06:00 Uhr in Münster beim Institut der Feuerwehr sein können. Etwas problematisch war, dass sich der Abholtermin aufgrund fehlender Genehmigungen so verschoben hatte, das nun das Übungsgelände eigentlich in Betrieb war und wir den Tausch der Fahrzeuge gar nicht hätten durchführen können. An dieser Stelle danken wir dem IdF nochmal ganz herzlich, dass hier so flexibel reagiert wurde und der Übungsplan kurzerhand so umgestrickt wurde, dass der Tausch durchgeführt werden konnte.



Aufgrund der beengten Platzverhältnisse auf dem Gelände des IdF, es existiert lediglich ein Gleis mit einer für den Tieflader nutzbaren Länge von knapp 75 Metern, war es erforderlich nach dem Abladen des Hannoveraners 6112 ebendiesen umzusetzen, um den 3101 aufladen zu können. Daher wurde die Rampe des Tiefladers abgebaut, der Tieflader zur Seite gefahren und der Hannoveraner Wagen mit dem Unimog und entsprechenden Übergangskupplungen den "Berg" hochgezogen. Im Anschluss wurde unser 3101 vorgezogen und der Tieflader hat sich anschließend davor gesetzt, damit er rückwärts aus dem Gelände herausfahren kann. Vorwärts würde nicht passen.

Hier geht es zu unserem Bericht des Transports.






Erste Lebenszeichen

Nachdem in den folgenden beiden Tagen natürlich etwas Erholung sowie der Transport des Sprengwagens 5151 noch anstand ging es direkt am 12.01.2019 an das Fahrzeug. Wir wollten natürlich vordringlich wissen, ob der technische Zustand der Niederspannungsverkabelung so gut ist, wie wir angenommen hatten. Ratzfatz wurde der Wagen also in die Betriebswerkstatt geschleppt, an fahren war natürlich nicht zu denken, und zunächst gründlichst inspiziert. So haben wir insbesondere die Trittstufenkästen als große Fehlerquellen identifiziert. Im Anschluss konnten wir tatsächlich die Wagenbatterie nach nur wenigen Stunden zuschalten.



In den folgenden Monaten wurden zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Aufarbeitung organisatorisch einfacher zu gestalten. So haben wir zunächst die völlig unbrauchbaren Kupplungen ausgetauscht und die elektrischen Kontakte aufgearbeitet. Im Anschluss konnten wir mit einer Hilfsschaltung im 3101 ebendiesen dazu bringen, den 3206 zu steuern. Dies erleichtert die Rangierarbeiten erheblich. Ebenfalls haben wir begonnen das großflächige Graffiti frühzeitig abzuschleifen, da wir kein Werbeträger für diese Art von Vandalismus sein wollten.

März bis Dezember 2019

Die anschließenden Arbeiten konzentrierten sich voll und ganz auf das Dach und die Schaltwerke unter dem Wagen. Der Dachaufbau war völlig verrottet und konnte nur noch so wie er war "in die Tonne getreten werden". So haben wir das Dach vollständig abgetragen, abgeschliffen und anschließend mit Rostschutzgrund neu lackiert. Darauf folgten dann zwei Schichten Farbe und anschließend wurden die zwischenzeitlich gesandstrahlten und neu lackierten Träger für die Dachkonstruktion wieder montiert. Allerdings haben wir in der Zeit auch Triebwagen 3206 insofern fertiggestellt, sodass dieser im September 2019 seine erste öffentliche Fahrt mit Fahrgästen absolvieren konnte.


Leider konnte für den Wagen kein vollständig neuer Holzaufbau für die Kabelverlegung angefertigt werden. Allerdings konnte vom verschrotteten GT8SU 3222 rechtzeitig und in weiser Voraussicht der komplette Dachaufbau entnommen und eingelagert werden. Dieser wurde zur Modernisierung 2013 überholt und befand sich in einem hinreichend gutem Zustand.

Sicherlich werden Sie sich bei den folgenden Bildern fragen, warum wir die rostige Dachkante noch nicht entfernt haben. Es handelt sich dabei um die Schwallwasserregenkante, welche wir erst in einem späteren Schritt erneuern werden. Zunächst war es wichtiger die Dachfläche vorzuziehen, sodass wir mit dem Wagen mobil werden können. Die Regenkante kann davon unabhängig betrachtet werden.




Das Jahr 2020

Januar 2020 - die nächsten Lebenszeichen

Bisher war es bei der elektrischen Aufarbeitung der Niederspannungskomponenten immer ein Hindernis, dass der Wagen sich nicht selber mit Ladestrom für die 24V-Batterien versorgen konnte. Zwar war der Umformer von uns zwischenzeitlich erneuert und neu verkabelt worden, allerdings fehlte noch die Zuleitung zu ebendiesen vom Dach aus. Die Vorbereitungen dazu hatten wir im Dezember 2019 abgeschlossen, sodass wir nun die erforderlichen Messungen und die anschließende Inbetriebnahme des Umformers in Angriff nehmen konnten.




März 2020 - Verkabeln bis der Arzt kommt

Die komplette Neuverkabelung des 750V Fahrstromkreises ist eine nervenzehrende und langfristige Aufgabe. Es geht nur sehr langsam voran und die arbeiten sind mühsam. Trotzdem sind nun auf dem Dach alle Leitungen bereits verlegt (nicht angeschlossen!) und auch in den Schaltwerken ist alles vorbereitet. Doch dann kam die Corona-Zwangspause...


April bis Dezember 2020

Glücklicherweise hatten wir auch während Corona die Möglichkeit verzeinzelt mit wenigen Personen arbeiten am Fahrzeug durchführen zu können. Insbesondere beim abisolieren und auflegen der Leitungen steht man sich später sowieso nur im Weg herum. Neben dem 3101 haben wir uns in dieser Zeit aber auch vermehrt um andere Fahrzeuge gekümmert, sodass der Wagen eine eher nebenläufige Rolle inne hatte.




Über die folgenden Monate wurden also die neuen Kabel passend abgelängt, mit Kabelschuhen und Beschriftungen versehen und an den vorgesehen Stellen angeklemmt. Im Anschluss folgt die Prüfung jeden einzelnen Kabels auf korrekte Bezeichnung und korrekte Klemmung. Dafür wird es nochmal an beiden Seiten abgeklemmt und mit Isolationsmessung durchgemessen. Dankenswerterweise wurden parallel die Laufgestelle durch die Rheinbahn überholt und konnten dann auch wieder eingebaut werden.

Im Anschluss daran könnte man theoretisch einen Fahrversuch unternehmen, jedoch wissen wir jetzt nur, dass alle Leitungen korrekt beschriftet und unversehrt sind, nicht jedoch ob sie auch wirklich korrekt angeschlossen sind. Dies kann man nur mit einer "Trockenübung" herausfinden. Die Wagensteuergeräte der GT8SU bieten dafür eine tolle Funktion: Bei geöffnetem Schaltwerksdeckel schmeißen sie nicht nur sofort den Fahrstromautomaten raus, sondern sie ermöglichen auch das Durchschalten der Fahrstufen im Stillstand. Sicherheitshalber wird aber sowieso der Stromabnehmer für die Messung gesenkt.

So kann man dann für jede Fahrstufe die Werte am Motor direkt messen und so feststellen, ob durch eine korrekte Verschaltung der Widerstände später das richtige Fahrverhalten zu erwarten ist. Außerdem lassen sich so Kurzschlüsse oder unterschiedliche Verkabelungen zwischen den Motoren befunden und beseitigen. Das gleiche macht man noch für die Bremsstufen und prüft dabei auch direkt, ob alle Schütze in den Schaltwerken in der richtigen Reihenfolge anziehen und abfallen.

Besonders stolz sind wir darauf, dass hier sofort alles korrekt funktioniert hat und wir nicht nachsteuern mussten. So konnten wir nun also die Kabel die den Fahrstrom an die Fahrstromautomaten transportieren anklemmen und einen Fahrversuch unternehmen. In der Zwischenzeit war es übrigens 22:30 Uhr nachts, dies hat bei uns aber eine gewisse Tradition. Schließlich möchte man dann ja auch wissen, ob alles funktioniert wie es soll. Nachdem die Kabel also nun auch angeschlossen waren, war der Fahrstromkreis wieder vollständig und der Wagen hatte keine andere Möglichkeit als sich feierlich in Bewegung zu setzen...

... hatte er doch! Stromabnehmer gehoben, Fahrstromautomat eingeschaltet, Sollwertgeber nach vorne gelegt, erste Fahrstufe eingelegt, Federspeicher gelöst und Stillstand. Wie kann das denn sein? Die Erklärung ist ganz einfach: Indem man die Kabel im Fahrstromautomaten falsch anklemmt. Weil viel Strom gebraucht wird um den Zug in Bewegung zu setzen laufen zwei Kabel vom Dach in den Fahrstromautomaten und von dort aus weiter ins Schaltwerk. Wenn man aber nun die Kabel so anklemmt, dass der Fahrstromautomat nur beide Kabel der gleichen Seite miteinander verbindet und nicht die gegenüberliegenden, dann passiert natürlich gar nichts, weil keine Spannung in die Schaltwerke gelangt.

Also fix umgeklemmt, Fahrversuch und der Wagen bestritt am 18.07.2020 gegen 23:20 Uhr seine erste Fahrt nach über 20 Jahren. Puh!


Nachdem das wichtigste Zwischenziel erreicht war, der Wagen fährt wieder aus eigener Kraft, musste er leider auch direkt wieder zurückstecken. Andere Projekte hatten größere Wichtigkeit und nebenher grassierte ja immer noch das Corona-Virus.


Das Jahr 2021

Januar bis Oktober 2021

Zu Beginn des Jahres 2021 fanden nur vereinzelte Arbeiten an Triebwagen 3101 statt. Auch wenn man nun doch schon beachtliche Leistungen erzielt hatte, war man nicht so weit gekommen wie man sich das ursprünglich vorgestellt hatte. Zusätzlich stand die Fertigstellung des ITCS-Umbaus vom K66, der Zusammenbau von Triebwagen 5101 nach erfolgter Lackierung sowie diverse und ausführliche Vorbereitungsarbeiten für die Dauerausstellung 125-Jahre Rheinbahn statt. Für den 3101 blieb da leider wenig Zeit.



Oktober bis Dezember 2021

Ein kurzes Intermezzo am 3101 gab es Ende des Jahres 2021 nochmals. Wir haben die Innenraumdecken demontiert und zur Aufarbeitung gegeben. Darüber hinaus haben wir uns die Kupplungen genauer angeschaut und festgestellt, dass 3101 wenn er mit 3206 gekuppelt ist in Linkskurven gelegentlich den Kontakt verliert. Auch das muss natürlich instandgesetzt werden.




Das Jahr 2022

Januar bis Juli 2022

Im neuen Jahr sollte es dann, nachdem alle Voraussetzungen geschaffen waren, an die Instandsetzung der Schwallwasserregenkante gehen. Ursprünglich war geplant die Kante 1:1 wieder anzuschweißen. Der Aufwand dahinter wäre aber gigantisch gewesen, denn dafür hätten alle Dachschränke und damit etliches an Elektrik demontiert werden müssen. Das der Wagen fahrfähig ist und bleibt ist aber eine zwingende Voraussetzung, da wir nicht dauerhaft Kapazitäten in der Zentralwerkstatt blockieren können. Diese Option schied demnach aus.

Die vielversprechendste Alternative ist, die Regenkante aufzukleben. Dazu bekommt sie einen Steg, der im Original natürlich nicht vorhanden ist und wird mit Kraftkleber auf das Dach aufgeklebt. So muss nicht geschweißt werden und trotzdem kann die originale Optik wiederhergestellt werden.




Natürlich muss nicht nur die Dachkante erneuert werden. Die drei Dachlüfter sind nach der ganzen Zeit unter freiem Himmel auch einer genaueren Begutachtung zu unterziehen. Dazu wurden ebendiese, die auf einer GFK-Platte aufliegen, vollständig vom Dach zurückgebaut um auch den Wagenkasten zwischen GFK-Platte und Dach zu begutachten.


Gute Nachrichten ergaben sich bei der Entfernung der übrigen Regenkanten. An keiner Stelle reichte der Rostbefall bis in das eigentliche Wagendach hinein, sodass die neuen Kanten ohne Probleme geklebt werden können.



Nun musste noch ein Prototyp für die neue Dachkante angefertigt und erprobt werden. Parallel wurden auch die Dachlüfter fertiggestellt.



August bis Dezember 2022

In der zweiten Jahreshälfte 2022 standen dann die zerbeulten und verrosteten Schürzen auf der Tagesordnung. Auch kann die Innenraumdecke wieder eingebaut werden, welche in mehreren Paketen instandgesetzt werden musste.



Zum Jahresabschluss wurde die Innenraumdecke wieder eingesetzt, nachdem diese in zwei Paketen erneuert wurde. Die Wetterseite erforderte sogar völlig neue Platten, weil diese durch die Lüftungsanlage eindringende Feuchtigkeit völlig in ihre Einzelteile zersetzt wurden.


Das Jahr 2023

Januar bis August 2023

Zum Jahresbeginn war der Triebwagen schon relativ weit mit der Instandsetzung des Wagenkasten gediehen, allerdings mussten immer noch die Dachkanten angefertigt werden, was aber nicht fotografisch begleitet wurde. Nebenher gab es auch immer wieder mal andere Baustellen, insbesondere mit unserem O405 Nr. 6005 waren wir gut ausgelastet.




Während die Dachkanten fleißig geschnitten, gebogen und vorbereitet wurden gingen auch die Arbeiten am Wagenkasten auf die Zielgerade. Gut erkennt man die Stellen an denen Hand angelegt wurde an der hellgrauen Rostschutzgrundierung. Noch ist aber nicht alles gemacht, ein paar Kleinigkeiten müssen noch erledigt werden.


September bis Oktober 2023

Nachdem nun alle Dachkanten vorbereitet und alle weiteren Vorbereitungen wie z.B. Kleber auswählen & bestellen abgeschlossen waren konnte es ans kleben der neuen Dachkanten gehen. Für uns eine neue Erfahrung, da wir bisher keinerlei Erfahrung mit Karosseriekleber haben. In anderen Bereichen, insbesondere bei modernen Bussen kommt dieser aber seit Jahren, teils Jahrzehnten erfolgreich zum Einsatz. Auf einem Oldtimer der ohnehin nicht an die Tagesleistung heutiger Fahrzeuge herankommen wird sollte also damit alles klappen.




November 2023

Anfang November wurden dann die Stöße der neuen Dachkanten verschweißt. Jetzt können wir die die Kanten richtig verfugen und anschließend überlackieren. Bis der Wagen in die Lackiererei kann fehlt nicht mehr viel, wir hoffen damit noch in diesem Jahr fertig zu werden.

Dezember 2023

Wie geplant ist Anfang Dezember die Wagenkastenaufarbeitung abgeschlossen worden. Es wurden nicht nur sämtliche Schadstellen instandgesetzt sondern auch noch das ein oder andere Speisewagen-Detail wieder ergänzt.




Über die letzten Monate wurden etliche Blecharbeiten in ehrenamtlicher Arbeit verrichtet. Das Ergebnis ist nun ein geschweißter und entrosteter Wagenkasten. Im nächsten Schritt wird die Rheinbahn-Lackiererei ihre Magie wirken und mit Spachtel und Farbe unseren 3101 wieder in altem Glanz erstrahlen lassen. Für den Moment schließen wir diesen Blog aber für das Jahr 2023 und freuen uns in 2024 weiter berichten zu können!

Dieser Blog wird noch fortgeführt!


Kommentare

Kommentar von Ferdi |

Ganz tolle Arbeit!! Bin schon auf die nächsten Fotos und Beiträge gespannt!
LG, Ferdi

Was ist die Summe aus 4 und 3?