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Arbeitsgemeinschaft historischer Nahverkehr Düsseldorf e. V.
Die Wehrhahnlinie, das größte innerstädtische Verkehrsprojekt der nächsten Jahre, fordert sein erstes Streckenopfer – die „Betriebsstrecke Oststraße“ zwischen der Tonhallenstraße und Am Wehrhahn.
Der über 130 Jahre alte, circa 300 Meter lange Streckenabschnitt wird am Freitag den 18. April 2008 ein Kapitel für die Chronik der Rheinbahn. Der Grund ist die Wehrhahnlinie, genauer: Im Bereich Oststraße / Am Wehrhahn werden für den Bau der neuen Stadtbahnhaltestelle Jacobistraße / Pempelforter Straße die Gleise verschwenkt. Hierdurch entfällt der Abzweig in und die Anbindung an die Oststraße, der und die bei Veranstaltungen oder Störungen auf der Schadowstraße regelmäßig als Umleitungsstrecke genutzt wurde.
Tragisch, denn die „Oststraße“ ist eine der Ersten der Rheinbahn. Bereits am 31. März 1876 nahm die Pferdebahn hier den Verkehr auf. Die Strecke vom Bergisch Märkischen Bahnhof (Graf-Adolf-Platz) über Bahnstraße - Oststraße - Wehrhahn zum Rheinischen Bahnhof (Rethelstraße / Herderstraße) war die vierte Linie im damaligen Betrieb.
Am 9. Februar 1900 wurde auf der Oststraße aus der Pferdebahn die „Elektrische“, erhielt ab 1906 die Bezeichnung „7“
Bis zum 7. September 1924 fuhr die Straßenbahn durch die komplette Oststraße, bog ab dann jedoch in die Tonhallenstraße ab, zur neuen Endhaltestelle Unterrath. Der weitere nördliche Abschnitt bis zum Wehrhahn blieb für die nächsten 84 Jahre ohne Linienverkehr. Lediglich zwischen dem 15. Mai 1938 und 15. Mai 1939 gab es ein kurzes (unrentables) Gastspiel der Verstärkungslinie 27 zwischen Staufenplatz - Oststraße - Corneliusstraße - Bilker Kirche zum Hafenamt.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gleis, ausgestattet mit Gleiswechsel, häufiger zum Umsetzen der Linien 3 und 12 nach Bombenangriffen genutzt. Zeitweise wurden hier nachts auch Straßenbahnwagen abgestellt, um bei etwaigen Volltreffern auf Depots den Verlust von allzu vielen Bahnen zu vermeiden.
Nachdem der südliche Abschnitt der Oststraße bis zur Graf-Adolf-Straße bereits im September 1944 stillgelegt wurde wird nun, nach etwas mehr als 132 Jahren der Streckeneröffnung, der nördliche Abschnitt stillgelegt. Nur noch der mittlere, etwas über 200 Meter lange Abschnitt zwischen Tonhallen- und Immermannstraße wird, weiterhin, von der „7“ bedient.
Als Ersatz für die Betriebsstrecke wurden zwei neue Abzweige geschaffen. An der Haltestelle Jacobistraße, von S Wehrhahn kommend, besteht nun die Möglichkeit in Richtung Hauptbahnhof (703/712 > 707) und an der Haltestelle Pempelforter Straße, von Hauptbahnhof kommend, in Richtung S Wehrhahn (704 > 703/712) abzubiegen.
So manch ein Streckenabschnitt wird noch gegen die Wehrhahnlinie verlieren, die Oststraße wird nur als erstes Opfer in die Geschichte eingehen.
(Text und Fotos: Björn Domuradt)
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